Erleichterung führt zu starkem Optimismus

Die Corona-Pandemie mit den nationalen Lockdowns und Ausgangssperren hatte etwas Gespenstisches. Wenige Monate später erscheinen diese Erinnerungen beim Blick auf die Aktienmärkte nur noch wie ein Schatten aus der Vergangenheit.

Wer während der Corona-Pandemie in Aktien investiert blieb oder sogar zukaufte, darf sich seit März über eine stattliche Performance in seinem Depot freuen. Die Ruhe zu bewahren und immer wieder das Depot an die Anlagestrategie heranzuführen, hat sich ausbezahlt. Anders als befürchtet hat die Corona-Pandemie glücklicherweise nicht zu einem ausdauernden wirtschaftlichen Einbruch geführt. Mit den Lockerungen zeigt sich in den jüngsten Wirtschaftsdaten eine deutliche Verbesserung und es entsteht der Eindruck, dass die Wirtschaft die CoronaKrise bereits überwunden hat.

Basiseffekte wie aus dem Bilderbuch

Die Industrieproduktion in Italien ist im vergangenen Monat um 40% angestiegen. Das ist beeindruckend – auf den ersten Blick. Wenn eine Fabrik praktisch stillsteht, nichts mehr produziert und dann wieder öffnet, ist der Anstieg wenig verwunderlich. Auch eindrücklich ist ein Blick in die USA und nach China. Die Industrieproduktion in diesen beiden Ländern hat fast gleich viel zugelegt, wie sie in der Corona-Pandemie verloren hat. Das ergibt die viel zitierte V-Form-Erholung. Es ging schnell runter, aber es geht auch schnell wieder rauf. Ähnlich zeigt sich das Bild bei den Detailhandelszahlen. Auch hier waren die Läden geschlossen und sobald sie wieder etwas verkaufen durften, verzeichneten sie erfreuliche Zuwachsraten. Diese fallen besser aus, als ursprünglich befürchtet. Und diese positive Überraschung führt zu steigenden Aktienmärkten.

Ist die Corona-Pandemie vorbei?

Es ist verlockend, nun wieder von einer Rückkehr zur Normalität auszugehen. Wir bleiben hier aber kritisch. Damit Firmen wieder mehr investieren, muss der Glaube an einen andauernden Aufschwung zurückkommen. Dieser ist noch sehr fragil. Ebenfalls sind die Regierungen rund um den Globus grosse Verpflichtungen eingegangen. Sie haben Fiskalprogramme lanciert, um die Lage am Arbeitsmarkt zu stabilisieren oder die Unternehmen bei Liquiditätsengpässen zu stützen. Ebenfalls hat die Geldpolitik tief in die Trickkiste gegriffen und rigoros am Kapitalmarkt Anleihen gekauft, um damit das Finanzsystem zu stabilisieren. All diese Massnahmen waren richtig, aber sie müssen in der Zukunft «bezahlt» werden. Ebenfalls ist offen, wie sich die Pandemie weiterentwickelt. Die Möglichkeit von zweiten Wellen besteht weiterhin.

Wir bleiben zurückhaltend

Wir werten positiv, dass sich die Konjunkturdaten mit den Lockerungen wieder positiv entwickeln. Wir sind auch der Meinung, dass die Erholung andauert. Weiterhin aber sind in den Aktienkursen stark optimistische Szenarien eingepreist. Deshalb halten wir am Untergewicht bei den Aktien fest, nehmen aber bei der regionalen Allokation eine Anpassung vor. Gerade in den USA erkennen wir Übertreibungen, weshalb wir dort unsere Allokation reduzieren. Auf der anderen Seite erkennen wir in Europa Potenzial, weshalb wir dort zukaufen. 

Anlagestrategie SGKB

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